Madame de Sade
Yukio Mishima
Übersetzung: Kai Molvig,
überarbeitet von Rosemarie Fendel und Cornelia Epping

 
Madame de Sade

v.l.: Aurélie Thépaut, Helga Bakowski, Christine Kättner, Doris Lehner
Photo: Jörg Löffke

 

Premiere: 25. November 2009
Inszenierung: Peter Tömöry, Ausstattung: Melinda Lörincz
Mit Helga Bakowski, Angela H. Fischer, Christine Kättner, Doris Lehner, Aurélie Thépaut

 

In ihrem Bemühen, den skandalumwobenen, inhaftierten Schwiegersohn zum Schutze der Familie von allen Vorwürfen freisprechen zu lassen und gesellschaftlichen Schaden weitestgehend abzuwenden, erbittet die Madame de Montreuil die Unterstützung von zwei Damen der Pariser Gesellschaft, die jede auf ihre Weise, die eine, Gräfin de Saint-Font, in den Betten wichtiger Männer, die andere, Baronin de Simiane, am Ohr des Klerus über einen gewissen Einfluß verfügen. Sie werden Zeuge der ungebrochenen ehelichen Loyalität von Renée de Sade, die die angebotene Hilfe dankbar annimmt und ernsthaft Hoffnung auf eine baldige Freilassung ihres Gatten hegt.
Dem intensiven Drängen ihrer Mutter, sich von dem mittlerweile geächteten Marquis zu lösen, widersetzt sich Renée standhaft. Ihre Haltung und ein leidenschaftliches Liebesverhältnis der jüngeren noch unverheirateten Tochter Anne-Prospère mit dem Marquis zwingen die Mutter zu handeln.
Sechs Jahre und einen Gefängnisausbruch später ist das Ziel – die Freilassung des Marquis – scheinbar erreicht, aber die Freude von kurzer Dauer. Erneut beginnt Reneés Kampf um de Sades Freiheit. 12 weitere Jahre müssen vergehen bis de Sade in den Wirren der französischen Revolution endlich und wie es scheint, endgültig aus dem Gefängnis entlassen wird.

Yukio Mishima porträtiert den abwesenden de Sade durch die Augen von fünf Frauen: seine Ehefrau, deren Schwester, deren Mutter und zwei Damen der Gesellschaft. Der legendäre Marquis, Personifizierung ihrer unerfüllten Sehnsüchte, geheimen Gedanken und unterdrückten Lüste, wird zur Hauptfigur eines psychologischen Spiels um Beziehung und menschliches Miteinander.